Ein Zimmer sieht im Lauf eines Tages immer wieder anders aus. Am Morgen fällt das Licht flach herein, mittags ist es hell und klar, am Abend wird es warm und weich. Wenn du das Wohnzimmer zu verschiedenen Zeiten fotografierst, entsteht eine kleine Serie, die zeigt, wie sich Licht und Alltag verändern. Du brauchst dafür nur etwas Geduld, ein Handy und eine feste Stelle im Raum.
Ein Raum, viele Stunden
Stelle dich an einen Platz, von dem aus du einen großen Teil des Raums siehst, etwa in einer Ecke oder an der Tür. Halte das Handy jedes Mal in derselben Höhe und richte es in dieselbe Richtung. Wähle den Ausschnitt so, dass ein Fenster zu sehen ist. Dann erkennst du, wie das Licht wandert und wie sich Farben und Schatten verändern.
Nimm die Bilder zu mehreren Zeitpunkten auf. Am frühen Morgen, wenn noch niemand wach ist. Am Vormittag, wenn Spielzeug auf dem Teppich liegt. Am Nachmittag, wenn die Sonne schräg hereinscheint und der Staub in der Luft tanzt. Am Abend, wenn die Lampen an sind und ein Kind auf dem Sofa liegt. Jedes Bild erzählt etwas anderes, obwohl der Raum derselbe ist.
Lass das Leben ins Bild kommen. Ein Tisch mit Frühstücksresten, ein Kind, das mit Bausteinen baut, eine Katze auf der Fensterbank, ein Polster, der halb vom Sofa hängt. Wenn du das Zimmer perfekt aufräumst, verlierst du genau das, was das Bild später so kostbar macht. Ein paar Spuren sind erwünscht. Sie erinnern dich daran, wie hier gelebt wurde.
Lege die Bilder nebeneinander, wenn die Serie fertig ist. Du siehst auf einen Blick, wie ein Tag im Wohnzimmer vergeht. Wiederhole die Serie in einer anderen Jahreszeit, dann siehst du auch, wie sich das Licht im Winter und im Sommer unterscheidet. Zeige die Serie den Kindern, und lass sie raten, zu welcher Uhrzeit welches Bild entstanden ist. Das macht ihnen Spaß und schärft ihren Blick. Ältere Kinder können die Serie sogar selbst aufnehmen und dabei erklären, warum sie eine bestimmte Uhrzeit gewählt haben.