Ein Kind, das auf dem Trottinett oder dem Velo vorbeisaust, ist fast unmöglich scharf zu fotografieren, wenn man das Handy still hält. Der Trick ist, es nicht still zu halten. Wer die Kamera mit der Bewegung des Kindes mitzieht, erhält ein Bild, auf dem das Kind klar erscheint und der Hintergrund in Streifen verschwimmt. Das sieht schnell und lebendig aus, und es geht einfacher, als man denkt.
Mitziehen wie bei einem Schwenk
Stelle dich seitlich zur Strecke, auf der das Kind fährt oder rennt, und halte das Handy mit beiden Händen. Drehe den Oberkörper mit, statt nur die Arme zu bewegen. Beginne mit dem Mitziehen, bevor das Kind bei dir ist, und bleibe in Bewegung, auch wenn du auslöst. Danach führst du die Bewegung noch ein kleines Stück weiter. Dieser sanfte Auslauf verhindert Ruckeln und macht die Streifen gleichmässig.
Übe ohne Druck. Die ersten Bilder werden verwackelt sein, und das ist normal. Nimm viele Bilder hintereinander auf, und suche später jenes aus, bei dem das Gesicht klar ist. Lass das Kind mehrmals vorbeifahren, und mach ein Spiel daraus: Wer fährt am schnellsten, wer hat das lustigste Gesicht? Wenn das Kind Spass hat, wiederholt es gern, und du kannst in Ruhe üben, bis es dir gefällt.
Das Licht spielt eine Rolle. Bei hellem Tageslicht gelingt der Effekt am besten. Im Schatten oder am Abend wird alles unschärfer und das Kind verschwimmt mit. Wähle einen Hintergrund mit Farben und Linien, zum Beispiel eine Hecke, eine Mauer oder ein Feld, denn diese wirken als Streifen sehr schön. Ein leerer, einfarbiger Hintergrund zeigt kaum Bewegung.
Denk auch an die Sicherheit. Wähle einen Platz ohne Verkehr, etwa einen Feldweg, einen Spielplatz oder einen grossen Vorplatz. Bitte das Kind, nicht auf das Handy zu schauen, sondern auf den Weg. Stelle dich so, dass du nicht im Weg stehst. Ein Bild ist nie wichtiger als eine sichere Fahrt, und es bleibt genug Zeit für einen zweiten Versuch. Nach der Fahrt gibt es ein Zvieri, und ihr schaut die Bilder zusammen an.