Die Bank vor dem Haus, die Treppe beim Schulhaus, der Aussichtspunkt bei der Hütte: Manche Orte gehören zu einer Familie, ohne dass man es merkt. Wenn du jedes Jahr an derselben Stelle ein Foto machst, wird daraus mit der Zeit eine stille Geschichte. Man sieht, wie die Kinder wachsen, wie sich der Ort verändert und wie viel Zeit vergangen ist. Der Aufwand ist klein, der Wert wird mit jedem Jahr grösser.
Den Platz genau festhalten
Wähle einen Ort, den ihr regelmässig besucht, zum Beispiel ein Ferienziel, einen Weg im Wald oder eine Bank im Garten. Suche dir einen Punkt, den du im nächsten Jahr sicher wiederfindest, etwa einen markanten Baum, einen Stein oder einen Zaunpfosten. Mach beim ersten Mal ein zusätzliches Bild von deinem Standort aus, mit deinen Füssen im Bild. Dann weisst du später genau, wo du gestanden hast.
Halte das Handy jedes Mal in gleicher Höhe und in gleicher Richtung. Am einfachsten geht das, wenn du dich an einer Linie orientierst, zum Beispiel am Horizont oder an einer Hausecke. Wenn dieser Punkt im Bild immer an derselben Stelle liegt, sind die Bilder später leicht zu vergleichen. Nimm etwas mehr Umgebung auf, als nötig scheint, denn Bäume wachsen und Zäune verschwinden, und der Ausschnitt soll auch dann noch passen.
Wähle wenn möglich dieselbe Jahreszeit und dieselbe Tageszeit. Ein Bild im Frühling und eines im Herbst lassen sich schlecht vergleichen, obwohl beide schön sind. Bei bedecktem Himmel ist das Licht gleichmässig, und die Aufnahmen wirken einheitlicher. Ist die Sonne stark, kannst du versuchen, jedes Jahr zur gleichen Stunde zu kommen, damit die Schatten ähnlich fallen und die Farben sich nicht zu stark unterscheiden.
Lass die Menschen im Bild immer gleich stehen, oder lass sie jedes Jahr etwas Neues tun. Beides funktioniert. Ein Kind, das jedes Jahr auf derselben Bank sitzt, zeigt das Wachstum am deutlichsten. Ein Hund, ein Rucksack oder ein Zvieri auf den Knien erzählt vom Jahr. Sammle die Bilder in einem Ordner mit dem Namen des Ortes. Nach ein paar Jahren legst du sie nebeneinander und staunst, wie viel sich verändert hat. Vielleicht hängt ihr sie als Reihe an die Wand im Flur und lasst Besucher raten, welches Bild aus welchem Jahr stammt.